Die kurze Antwort
Eine Videoüberwachung besteht aus drei Kostenblöcken: der Technik, der Verkabelung und der Einrichtung. Die Technik ist dabei fast immer der kleinste Posten. Den größten Unterschied macht die Frage, wie das Kabel an die Kamera kommt.
Deshalb lässt sich eine seriöse Zahl erst nach einem Blick auf das Gebäude nennen. Was sich vorher sagen lässt: welche Faktoren den Preis treiben und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. Genau darum geht es hier.
Die fünf Faktoren, die den Preis bestimmen
1. Die Anzahl der Kameras
Der offensichtlichste Faktor, aber nicht linear. Die zweite Kamera kostet weniger als die erste, weil Rekorder, Einrichtung und Anfahrt schon bezahlt sind. Ab etwa der achten Kamera wird ein größerer Rekorder nötig, und dann springt der Preis noch einmal.
Als Orientierung: Ein normales Einfamilienhaus kommt meist mit zwei bis vier Kameras aus. Haustür, Terrasse, Einfahrt, eventuell die Rückseite. Wer mehr plant, sichert oft Bereiche, die gar nicht gefährdet sind.
2. Kabel oder Funk
Hier entscheidet sich der größte Teil der Kosten.
PoE-Kameras bekommen Strom und Daten über ein einziges Netzwerkkabel. Das ist die stabile Variante: kein Akku, kein Funkabriss, keine Batteriewechsel. Der Aufwand steckt im Verlegen. Liegt ein Leerrohr, ist es schnell erledigt. Muss das Kabel außen an der Fassade entlang, durch eine Bruchsteinwand oder über zwei Etagen, wird es deutlich aufwendiger.
Funkkameras mit Akku sparen genau diesen Aufwand. Dafür handeln Sie sich andere Kosten ein: Akkus, die geladen werden wollen, eine Aufzeichnung, die oft nur in der Hersteller-Cloud liegt, und eine Verzögerung von ein bis zwei Sekunden, bis die Aufnahme startet. Für ein Mietobjekt oder eine Ferienwohnung ist das vertretbar. Für ein Betriebsgelände selten.
3. Wie lange aufgezeichnet wird
Vier Kameras in 4K, die durchgehend aufzeichnen, erzeugen viel mehr Daten als vier Kameras, die nur bei Bewegung starten. Die Aufzeichnungsdauer bestimmt die Festplattengröße, und die kostet Geld.
In der Praxis reichen für Privathäuser meist sieben bis vierzehn Tage. Das ist auch datenschutzrechtlich die sichere Seite: Wer ohne Grund monatelang speichert, muss das begründen können. Mehr dazu in unserem Beitrag Videoüberwachung am Haus: Was ist erlaubt?.
4. Innen oder außen
Außenkameras brauchen ein wetterfestes Gehäuse, eine vernünftige Nachtsicht und eine Montage, die auch nach fünf Wintern noch sitzt. Innenkameras sind deutlich günstiger, lösen aber das eigentliche Problem meist nicht: Wer erst im Wohnzimmer gefilmt wird, ist schon drin.
5. Was schon da ist
Ein vorhandener Netzwerkschrank, ein freies Leerrohr zur Garage, eine alte Klingelleitung, die sich weiterverwenden lässt: Solche Kleinigkeiten verschieben den Preis spürbar nach unten. Umgekehrt kostet eine frisch sanierte Fassade, in die niemand bohren möchte, Zeit und damit Geld.
Was die Technik ungefähr kostet
Die folgenden Zahlen sind Marktpreise für Material, keine Angebote von uns. Sie helfen aber beim Einordnen, wenn Ihnen jemand ein Angebot vorlegt.
- Eine brauchbare PoE-Außenkamera liegt im mittleren zweistelligen bis unteren dreistelligen Bereich. Alles darunter spart meist am Nachtsichtsensor – genau dort, wo es darauf ankommt.
- Ein Rekorder für vier bis acht Kanäle mit Festplatte bewegt sich im niedrigen dreistelligen Bereich.
- Netzwerkkabel und Kleinmaterial fallen preislich kaum ins Gewicht. Die Arbeitszeit für das Verlegen sehr wohl.
Anders gesagt: Bei einer typischen Vier-Kamera-Anlage macht die Technik oft weniger als die Hälfte der Rechnung aus. Der Rest ist Planung, Verkabelung, Montage und Einrichtung.
Drei Situationen im Vergleich
Einfamilienhaus, Neubau, Leerrohre vorhanden. Der günstigste Fall. Die Kabel lassen sich ziehen, ohne eine Wand zu öffnen. Vier Kameras sind an einem Tag montiert und eingerichtet.
Altbau im Ahrtal, Bruchsteinmauern, kein Leerrohr. Hier entscheidet die Kabelführung über den Preis. Oft ist ein Weg außen an der Fassade entlang die vernünftigste Lösung – sauber verlegt sieht man ihn kaum, und es spart Stunden gegenüber Kernbohrungen.
Betrieb oder Hofladen mit Publikumsverkehr. Technisch nicht schwieriger, aber die Planung wiegt schwerer: Wo darf gefilmt werden, wo nicht, wo muss ein Hinweisschild hängen, wer darf auf die Aufnahmen zugreifen. Diese Stunden gehören zum Preis dazu, auch wenn sie unsichtbar sind.
Wo Sie sparen können – und wo nicht
Sinnvoll sparen: bei der Anzahl. Vier gut positionierte Kameras schlagen acht schlecht positionierte. Wo die sinnvollen Stellen liegen, haben wir in Die besten Orte für Sicherheitskameras beschrieben.
Nicht sparen: bei der Nachtsicht und bei der Montagehöhe. Die meisten Einbrüche passieren im Dunkeln, und eine Kamera auf zwei Meter Höhe filmt Mützen statt Gesichter. Drei bis vier Meter sind richtig.
Auch nicht sparen: bei der Einrichtung. Eine Anlage, deren Passwort noch auf dem Werkszustand steht, ist ein offenes Fenster ins eigene Netzwerk.
Laufende Kosten
Eine kabelgebundene Anlage verursacht im Betrieb fast nichts: etwas Strom und alle paar Jahre eine neue Festplatte. Cloud-Kameras dagegen rechnen monatlich ab, pro Kamera. Über fünf Jahre gerechnet ist die vermeintlich günstige Funklösung dann oft die teurere.
Wie wir abrechnen
Wir nennen den Preis vor Arbeitsbeginn, schriftlich und verbindlich. Die Anfahrt ist enthalten, auch nach Bonn, Koblenz oder in den Rhein-Sieg-Kreis. Die telefonische Ersteinschätzung kostet nichts, und vor größeren Anlagen kommen wir zur Beratung vorbei, ohne dass daraus eine Rechnung entsteht. Details dazu stehen auf unserer Seite Preise & Kosten.
Wenn Sie wissen möchten, was in Ihrem Fall sinnvoll ist: Videoüberwachung in Bad Neuenahr-Ahrweiler beschreibt, wie wir vorgehen. Ein Anruf und fünf Minuten am Telefon reichen meist für eine erste Einordnung.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Anlage für eine Mietwohnung?
Selten. Sie dürfen nur Ihren eigenen Bereich filmen, nicht Hausflur, Treppenhaus oder Nachbargrundstück. Meist ist eine Türsprechanlage mit Kamera die bessere Lösung.
Kann ich eine vorhandene Anlage erweitern?
Oft ja, solange der Rekorder freie Kanäle hat und die Kameras zum System passen. Schicken Sie uns das Typenschild des Rekorders, dann sagen wir es Ihnen vorab.
Brauche ich Internet für die Aufzeichnung?
Nein. Eine Anlage mit eigenem Rekorder zeichnet auch ohne Internet auf. Internet brauchen Sie nur, wenn Sie von unterwegs zuschauen wollen.
