Das Problem kennt fast jeder
Im Wohnzimmer volle Balken. Ein Zimmer weiter bricht der Videocall ab. Im Dachgeschoss geht gar nichts mehr. Und der Router steht doch mitten im Haus.
In Altbauten und in vielen Häusern im Ahrtal liegt das nicht am Internetanschluss und meist auch nicht am Router. Es liegt an der Bausubstanz – und an einer falschen Annahme darüber, was WLAN eigentlich ist.
Warum alte Wände WLAN blockieren
WLAN ist Funk. Und Funk verliert Energie, wenn er durch Material muss. Wie viel, hängt stark vom Material ab:
- Trockenbauwand: kaum Verlust
- Ziegelwand: merklicher Verlust
- Bruchsteinmauer: starker Verlust – in vielen Ahrtal-Häusern der Normalfall
- Stahlbetondecke: sehr starker Verlust, oft praktisch undurchdringlich
- Fußbodenheizung: das Metallgitter wirkt wie ein Schirm
- Alte Gipsputze mit Drahtgewebe: ebenfalls stark dämpfend
Dazu kommt: Das schnelle 5-GHz-Band, das für hohe Geschwindigkeiten sorgt, wird von Wänden deutlich stärker gedämpft als das langsamere 2,4-GHz-Band. Deshalb erlebt man oft: „Ich habe Empfang, aber es ist trotzdem langsam.“ Das Gerät ist auf 2,4 GHz zurückgefallen.
Warum ein Repeater das Problem oft verschlimmert
Ein Repeater empfängt das WLAN-Signal und sendet es weiter. Das klingt sinnvoll, hat aber zwei eingebaute Nachteile.
Erstens: Er halbiert die Bandbreite. Ein Repeater kann nicht gleichzeitig empfangen und senden. Er macht abwechselnd beides. Aus 100 Mbit werden real also etwa 50 – bestenfalls.
Zweitens: Er verstärkt, was er bekommt. Steht der Repeater dort, wo das Signal schon schwach ist, verteilt er ein schwaches Signal weiter. Er verstärkt nichts, er wiederholt nur. Ein schlechtes Signal wird durch Wiederholung nicht besser.
Dazu kommt ein drittes Problem: Viele Geräte hängen sich am Repeater fest, obwohl sie wieder in Reichweite des Routers sind. Man läuft mit dem Handy durchs Haus und wundert sich, warum es langsam bleibt.
Repeater sind nicht grundsätzlich falsch. Sie sind die richtige Lösung, wenn ein einzelner Raum knapp außerhalb der Reichweite liegt und die Signalqualität dort noch gut ist. In einem Altbau mit dicken Wänden ist das selten der Fall.
Was tatsächlich funktioniert
1. Den Router richtig stellen
Der billigste Schritt und oft der wirkungsvollste. Regeln:
- Möglichst zentral und frei stehend, nicht im Schrank, nicht hinter dem Fernseher
- Nicht auf den Boden und nicht in die Ecke
- Mindestens einen Meter Abstand zu Heizkörpern, Spiegeln, Aquarien und großen Metallflächen
- Nicht direkt neben Mikrowelle oder DECT-Basis
Allein das bringt in vielen Wohnungen eine spürbare Verbesserung – ohne einen Euro auszugeben.
2. Access Points statt Repeater
Ein Access Point wird per Netzwerkkabel angebunden und sendet ein eigenes, volles Signal. Keine halbierte Bandbreite, keine Signalkette. Zwei bis drei richtig gesetzte Access Points versorgen ein Einfamilienhaus vollständig.
Moderne Systeme – wir arbeiten meist mit Ubiquiti – bilden ein einheitliches Netz. Ihr Handy wechselt beim Durchgehen automatisch auf den nächstgelegenen Access Point, ohne dass die Verbindung abbricht. Ein Netzname, ein Passwort, überall volle Geschwindigkeit.
3. Netzwerkkabel legen – auch im Altbau möglich
Für die Anbindung der Access Points braucht es ein Kabel. Das klingt nach Aufstemmen, ist es aber meistens nicht. Wege, die wir in der Praxis nutzen:
- Vorhandene Leerrohre – in vielen Häusern liegen sie ungenutzt
- Alte Telefon- oder Antennenleitungen als Zugweg
- Flache Kabelkanäle entlang der Fußleiste, kaum sichtbar
- Außenverlegung um das Haus herum, mit UV-festem Kabel
- Kaminschacht oder alter Lüftungsschacht als vertikaler Weg
4. Powerline – die Zwischenlösung
Powerline nutzt Ihre Stromleitung als Datenleitung. Es ist besser als ein Repeater und schlechter als ein Kabel. In Altbauten mit alter Elektroinstallation und mehreren Stromkreisen schwankt die Leistung stark. Als Übergangslösung brauchbar, als Dauerlösung nur zweite Wahl.
5. Mesh-Systeme
Mesh ist im Prinzip ein intelligenter Repeater-Verbund. Besser als ein einzelner Repeater, weil die Geräte sich koordinieren. Aber: Wenn die Verbindung zwischen den Mesh-Knoten per Funk läuft, gilt das Bandbreitenproblem weiterhin. Mesh mit Kabelanbindung ist dagegen eine gute Lösung – dann ist es faktisch dasselbe wie Access Points.
Warum sich eine Messung lohnt
Alles oben Genannte sind allgemeine Regeln. Welche davon in Ihrem Haus zutrifft, lässt sich nicht raten.
Bei einer WLAN-Ausmessung gehen wir mit einem Messgerät durch alle Räume und erfassen Signalstärke, Störungen und Kanalbelegung. Danach wissen Sie:
- wo das Signal tatsächlich einbricht und um wie viel
- welche Funkkanäle bei Ihnen frei sind und welche von Nachbarn belegt
- wie viele Access Points Sie brauchen und wohin sie gehören
- welche Wände das Problem verursachen
Das Ergebnis ist meist überraschend: Oft ist es nicht die Wand, die man vermutet, und oft reichen weniger Geräte als gedacht.
Häufige Fragen
Bringt ein neuer Router etwas?
Wenn Ihr Router älter als sechs Jahre ist und noch kein Wi-Fi 5 oder 6 unterstützt: ja, ein Stück. Er löst aber kein Wandproblem. Ein moderner Router in derselben schlechten Position bleibt in derselben schlechten Position.
Warum ist mein WLAN abends langsamer?
Meist Kanalüberlastung. Abends sind alle Nachbarnetze aktiv. Ein Kanalwechsel hilft oft sofort – das lässt sich am Router einstellen und ist Teil jeder Messung.
Was kostet eine WLAN-Optimierung?
Das hängt davon ab, ob Kabel gelegt werden müssen. Sie erhalten nach der Messung einen Festpreis, Anfahrt inklusive. Die Ersteinschätzung am Telefon kostet nichts.
Wie viele Access Points braucht ein Einfamilienhaus?
Typisch zwei bis drei, je nach Grundriss und Geschossen. Bei Bruchsteinwänden auch pro Etage einer. Genaueres sagt die Messung.
Funktioniert das auch für ein Büro oder eine Praxis?
Ja, und dort planen wir zusätzlich ein getrenntes Gästenetz, damit Besucher nicht im gleichen Netz wie Ihre Patienten- oder Mandantendaten sind. Mehr unter Netzwerk & WLAN-Optimierung.
WLAN messen lassen
Wir kommen im Umkreis von 100 Kilometern um Bad Neuenahr-Ahrweiler – unter anderem nach Bonn, Sinzig, Remagen, Grafschaft, Euskirchen, Andernach, Mayen, Koblenz und Köln.
Erreichbar an sieben Tagen die Woche, auch abends: 0157 810 130 89
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