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NAS für kleine Unternehmen: Synology, QNAP oder Cloud?

Wofür ein NAS überhaupt gut ist

NAS steht für Network Attached Storage: ein kleines Gerät mit Festplatten, das im Netzwerk hängt und auf das alle Rechner zugreifen können. Für Betriebe, die bisher Dateien auf einzelnen Rechnern oder auf USB-Platten liegen haben, ist es oft der erste sinnvolle Schritt in Richtung Ordnung.

Ein NAS löst vier Probleme auf einmal: Alle arbeiten an denselben Dateien statt an Kopien. Der Zugriff lässt sich pro Person regeln. Die Sicherung läuft automatisch. Und Daten bleiben im Haus, was bei Kunden- und Personaldaten ein Argument sein kann.

Synology, QNAP oder etwas anderes

Die beiden großen Anbieter unterscheiden sich weniger in der Hardware als in der Software – und die Software benutzen Sie jeden Tag.

Synology gilt als die aufgeräumtere Variante. Die Oberfläche ist verständlich, die Zusatzprogramme sind gut aufeinander abgestimmt, das Sicherungswerkzeug ist ausgereift. Für Betriebe ohne eigene IT-Abteilung ist das der Hauptgrund, warum wir meistens dazu raten.

QNAP bietet für vergleichbares Geld oft mehr Hardware und mehr Funktionen. Dafür ist die Oberfläche voller und weniger konsequent. Wer sich auskennt oder besondere Anforderungen hat, bekommt hier mehr für sein Geld.

Ein alter PC mit Software. Technisch möglich und für Bastler reizvoll. Im Betrieb meist die teuerste Variante, weil sie mehr Strom zieht, lauter ist und niemand sie betreut, wenn der Bastler im Urlaub ist.

Wie groß, wie viele Platten

Zwei Überlegungen, die vor dem Kauf geklärt sein sollten.

Die Anzahl der Einschübe. Zwei Platten sind das Minimum, damit der Ausfall einer Platte nicht sofort zum Datenverlust führt. Vier Einschübe geben Luft nach oben und sind meist die bessere Investition, weil ein NAS acht bis zehn Jahre läuft.

Die Kapazität. Rechnen Sie den heutigen Datenbestand, verdoppeln Sie ihn und planen Sie dann noch Reserve für die Sicherungsstände ein. Daten wachsen, besonders wenn Fotos, Pläne oder Videos dazukommen.

Wichtig: Nehmen Sie Festplatten, die für Dauerbetrieb gebaut sind. Normale Desktop-Platten laufen im NAS oft nur ein bis zwei Jahre. Der Aufpreis ist gering, der Unterschied groß.

Der größte Denkfehler

Ein NAS ist keine Datensicherung.

Das klingt seltsam, weil viele das Gerät genau dafür kaufen. Aber: Zwei Platten im Spiegel schützen gegen den Ausfall einer Platte. Sie schützen nicht gegen Löschen, gegen einen Verschlüsselungstrojaner, gegen Blitzschlag, gegen Wasser oder gegen Diebstahl des Geräts.

Ein NAS ist die erste Ebene. Die zweite muss außer Haus liegen. Wie das praktisch aussieht, steht in Datensicherung für kleine Betriebe.

NAS oder Cloud

Die Frage wird oft als Entweder-oder gestellt. In der Praxis ergänzen sich beide.

Für das NAS spricht: Zugriff mit voller Netzwerkgeschwindigkeit, keine monatlichen Kosten, Daten bleiben im Haus, und bei einer Wiederherstellung sind große Datenmengen in Stunden zurück statt in Tagen.

Für die Cloud spricht: kein Gerät, das ausfallen kann, Zugriff von überall ohne Einrichtung, und der Standort ist automatisch ein anderer als Ihr Büro.

Gegen eine reine Cloud-Lösung spricht vor allem die Leitung. Wer auf dem Land sitzt und im Upload wenige Mbit hat, wartet bei einer vollständigen Wiederherstellung sehr lange. Das merkt man erst, wenn es darauf ankommt.

Die übliche Empfehlung für einen kleinen Betrieb: NAS im Haus für die tägliche Arbeit und die schnelle Wiederherstellung, verschlüsselte Sicherung in ein deutsches Rechenzentrum für den Ernstfall.

Sieben Dinge, die bei der Einrichtung oft fehlen

  • Das Standard-Admin-Konto ist noch aktiv. Es gehört deaktiviert, mit einem eigenen Administrator daneben.
  • Zwei-Faktor-Anmeldung ist aus. Bei einem Gerät, das Firmendaten hält, sollte sie an sein.
  • Das NAS hängt direkt am Internet. Der häufigste Weg, über den solche Geräte verschlüsselt werden. Fernzugriff gehört über einen VPN-Tunnel, nicht über eine offene Portweiterleitung.
  • Keine Benutzerrechte. Alle sehen alles, inklusive Lohnbuchhaltung. Ein Rechtekonzept kostet eine Stunde.
  • Snapshots sind nicht eingeschaltet. Sie sind die einfachste Versicherung gegen versehentliches Löschen und gegen Verschlüsselung.
  • Niemand bekommt Fehlermeldungen. Das Gerät meldet eine defekte Platte per Mail – wenn eine Adresse hinterlegt ist.
  • Keine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Ein kleines Gerät für wenig Geld verhindert, dass das Dateisystem bei einem Stromausfall Schaden nimmt.

Was ein NAS sonst noch übernehmen kann

Viele Betriebe kaufen es für Dateien und stellen später fest, dass es mehr kann: Aufzeichnung der Überwachungskameras, zentrale Ablage für Scans vom Multifunktionsgerät, Sicherung der Laptops im Außendienst, ein eigener Kalender- und Kontaktserver.

Das ist praktisch, hat aber eine Grenze: Je mehr Aufgaben auf einem Gerät liegen, desto mehr steht still, wenn es ausfällt. Ab einer gewissen Größe gehören Dateiablage und Kameraaufzeichnung auf getrennte Geräte.

Wie wir vorgehen

Wir schauen zuerst, wie viele Daten vorhanden sind, wer worauf zugreifen muss und wie die Internetleitung aussieht. Erst danach fällt die Entscheidung über Gerät und Größe. Einrichtung, Rechte, Sicherung und Fernzugriff gehören für uns zusammen – ein NAS, das nur angeschlossen wurde, ist ein halbes Projekt.

Laufende Betreuung, Überwachung der Platten und der jährliche Rückspieltest lassen sich über einen Wartungsvertrag abdecken. Wenn erst einmal das Netzwerk stehen muss, führt der Weg über Netzwerk & WLAN.

Häufige Fragen

Wie laut ist ein NAS?

Mit modernen Platten leise genug fürs Büro, aber nicht lautlos. Im Besprechungsraum oder im Empfang würden wir es nicht aufstellen – ein Technikraum oder ein Schrank ist besser.

Wie viel Strom verbraucht es?

Deutlich weniger als ein PC. Über das Jahr liegt ein kleines NAS im Bereich einer sparsamen Beleuchtung. Es kann sich nachts auch schlafen legen.

Kann ich von unterwegs zugreifen?

Ja – aber bitte über VPN und mit Zwei-Faktor-Anmeldung, nicht über eine offene Portweiterleitung. Die Einrichtung dauert eine knappe Stunde und verhindert das häufigste Schadensszenario.

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